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Ein Jahr, ein Kleid: Zippora will sich beweisen, dass sie auch mit weniger Klamotten leben kann. Und – klappt’s? Ein Zwischenfazit nach 4 Monaten selbstauferlegter Bescheidenheit.

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RADIO LIFE CHANEL

Ein ganzes Jahr lang daselbe Kleid tragen? Wer macht das? Ja, ein ganzes Jahr lang - das macht Zippora Marti.

Radio Life Channel hat sich mit Zippora Marti in Luzern getroffen und sich mit ihr unterhalten.

PS: für Nachahmerinnen: Dieses Kleid kann frau neu bestellen. In Zusammenarbeit mit dem Berner Label ETRIS wird das Kleid in einer kleinen Auflage produziert.


WWF JUGENDMAGAZIN 3_18

Idee von Zippora: 

Ein Kleid – ein Jahr Zippora hat sich entschieden, ihren Konsum zu reduzieren, indem sie ein Jahr lang dasselbe Kleid trägt.

 

Wie funktioniert deine Idee?

Ich trage ein Jahr lang das gleiche Kleid. Um dies zu dokumentieren, schiesse ich jeden Tag ein Foto und poste es auf Social Media und meiner Website zippora.ch/one.

 

Wie bist du auf diese Idee gekommen?

Ich versuche mein Leben Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten. Ich kaufe schon lange fair und bio, wollte aber meinen Konsum in einem nächsten Schritt verringern und so immer minimalistischer werden. Irgendwo habe ich gehört, dass schon einmal Frauen ein ähnliches Projekt gewagt haben. Ich fand dies eine tolle Idee, wollte es nachmachen und mich selber damit herausfordern. 

 

Welche Umweltwirkung hat deine Idee?

Die meisten Kleider werden unter umweltschädlichen Verfahren und sozial schlechten Bedingungen hergestellt. Kleidungsstücke lange und oft zu tragen und selten neue zu kaufen ist also sehr nachhaltig. Wenn ich etwas kaufe, dann secondhand oder Neues aus fairer Produktion und natürlichen Materialien. 

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zentralplus

Seit dem 1. Januar trägt sie das gleiche Kleid

Zippora Marti hat ihr Leben radikal vereinfacht: Jeden Morgen streift sie das gleiche Kleid über, ein Jahr lang. Mit diesem Projekt sendet die 25-Jährige eine klare Botschaft aus. Und: Sie verpasst seither morgens keinen Bus mehr. Sie ist jung, legt Wert auf ihr Äusseres und dokumentiert ihr Leben auf Instagram. So weit, so normal. Das Einzigartige: Zippora Marti trägt immer das gleiche schwarze Kleid. Ein Jahr lang, seit dem 1. Januar dieses Jahres. Jeden Tag stellt sie ein Foto davon online und nennt das «One – The Project».


BLICK

sie trägt ein Jahr lang dasselbe Kleid

«Zufrieden sein mit dem, was Sie haben»

Die Bernerin Zippora Marti (25) trägt ein Jahr lang jeden Tag dasselbe Kleid. Sie will damit die Menschen darauf aufmerksam machen, dass man auch mit wenig leben kann.


JOYCE

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ENORM - das Magazin

Zippora, Du willst 365 Tage das gleiche Kleid tragen – warum?

Ich setze mich schon lange mit den Themen Fairness und Nachhaltigkeit auseinander. Wenn man sich den Kleiderverschleiß und die allgemeine Konsumwut unserer Gesellschaft anschaut, macht es auf jeden Fall Sinn, zu reduzieren. Diese radikale Idee, ein Jahr ein Kleid zu tragen, ist für mich eine Antwort und ein Gegenpol zugeich. Außerdem möchte ich herausfinden, was ich wirklich brauche und dadurch mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben haben.

 

Ist es auch das, was Du Dir von dem Jahr erwartest: mehr Einfachheit?

Ja, ich will mein gesamtes Leben ein bisschen vereinfachen und dadurch auch Zeit sparen. Bei mir kommt es oft vor, dass ich aufstehe und nicht weiß, was ich anziehen soll. Erst heute Morgen stand ich vor dem Kleiderschrank und dachte mir ich: Hätte ich doch bloß schon mein Kleid, dann wäre wenigstens diese Frage geklärt. 

 

Du freust Dich also auf das Projekt?

Ja, total. Auch wenn sich das vielleicht blöd anhört, aber ich bin dies bezüglich ein bisschen langweilig; wenn mir etwas gefällt, kann ich das die ganze Zeit tragen. Und nun habe ich sogar ein Teil, welches nach meinen Wünschen gefertigt wird, so zu sagen das perfekte Kleid für mich, da werde ich mich hoffentlich auch jeden Tag darauf freuen.

 

Du hast Dich also schon für ein Kleid entschieden?

Ja, ich es ist in Zusammenarbeit mit Etris, einem kleinen Label aus Bern, entstanden. Ich wollte ein Label vertreten, welches sich um Nachhaltigkeit und Fairness ebenso kümmert wie ich. Etris wurde 2016 gegründet und erfüllt wirklich alle meine Kriterien. Sie arbeiten hauptsächlich mit Stoffen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland und lassen die Kleider im Tessin in der Schweiz fertigen.

 

Aber Du willst das Kleid zwischendurch doch bestimmt waschen. Oder was, wenn es kaputt geht?

Ich schlafe ja nicht in dem Kleid oder mache auch kein Sport darin. Bis jetzt stelle ich mir das sehr einfach vor – wobei alle, denen ich das erzähle, anderer Meinung sind. Nach der Arbeit wasche ich das Kleid einfach von Hand, wringe es aus und hänge es auf. Ich habe extra einen ziemlich feinen Stoff ausgesucht und hoffe einfach, dass es genug schnell trocknet, so dass ich es jeweils am Morgen wieder anziehen kann. Sollte es kaputt gehen, muss ich das Projekt vielleicht für ein paar Tage aussetzen, bis ein neues bereit ist. Meine größte Herausforderung ist eher, konstant jeden Tag ein Bild von dem Kleid zu machen.

 

Wie entstand die Idee zu dem Projekt?

Vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal von „The Uniform Project“ gehört. Das Projekt wurde von einer New Yorkerin 2009 ins Leben gerufen, die für 365 Tage ein Kleid getragen, immer unterschiedlich kombiniert und täglich ein Bild ins Netz gestellt hat. Mit dieser Aktion hat die gebürtige Inderin Spendengelder für Kinder in ihrem Heimatland gesammelt. Diese Idee ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Eigentlich wollte ich es schon letztes Jahr machen – nun starte ich es aber am ersten Januar 2018.

 

Wie viele weitere Kleidungsstücke willst Du mit dem Kleid kombinieren?

Ich setze mir da keine Grenzen. Ich finde es schon schön, wenn man wenig besitzt, aber ich mich trotzdem schön fühlen oder abwechslungsreich anziehen können. Ich werde hauptsächlich mit dem arbeiten, was ich schon habe. Im Winter werde ich es mit meinen Strümpfen, Leggings oder Jeans und Pullis kombinieren und über den Sommer habe ich mir noch nicht so viel Gedanken gemacht. Wenn ich mal was brauche, hole ich es mir secondhand, bei Kleidertauschpartys oder neu bei Glore, einem hübschen Laden in Luzern, der sich für nachhaltige und faire Mode einsetzt.

 

Was machst Du mit Deinen anderen Kleidungsstücken?

Ich habe schon einmal vorsorglich radikal ausgemistet, was sich nicht mit dem Kleid kombinieren lässt. Ich bin gespannt, ob ich davon überhaupt etwas vermissen werde. Vielleicht trage ich dann das Kleid ja dann sogar den Rest meines Lebens (lacht)

 

Was hast du das Jahr über geplant? Stehen Reisen an?

Nein, es bis jetzt stehen keine Reisen an. Ich gehe bestimmt in Urlaub. Aber ich glaube es wird neben dem Projekt ein ganz normales Jahr für mich.

 

Was sagt denn Dein Umfeld zu der Idee?

Mein Mann hat zuerst viel gezweifelt. Aber jetzt wo er merkt, wie positiv die Leute darauf reagieren und welche Zusammenarbeiten sich ergeben haben, macht es ihm auch Spaß. Meine Freunde sind total gespannt. Manche finden das eine sehr coole Idee, ein paar finden sogar, sie sollten auch mal so etwas machen und andere wiederum sind ein bisschen skeptisch und denken, dass es gar nicht möglich sei. Meine Geschwister fanden die Idee von Anfang an Super, aber das liegt wohl an unserem rebellischen Blut. Alles im allem sind die Reaktionen schon sehr positiv.

 

Und die Kollegen?

Ich habe noch nicht mit vielen darüber gesprochen. Die, die es wissen, finden es toll. Ich bin gespannt auf die Reaktionen und ob sie überhaupt merken, dass ich jeden Tag das ich jeden Tag im gleichen Kleid aufkreuze, oder ob sie es erst über Social Media erfahren. 

 


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ONE - Projekt: Ein Jahr in demselben Kleid

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Zippora Marti 

Schweiz

zippora.marti@gmail.com