von tanzenden Träumen

und warum man dafür ausgelacht werden sollte.

Ich träume im Moment ständig. Jede Nacht fahre ich in in einer Seilbahn aus Fahrrädern den Berg hoch, laufe durch den Schnee auf einer bisher unentdeckten Insel Italiens und beobachte dabei das Meer oder mache einen Roadtrip in einer Seifenkiste. Meine Träume sind bunt und laut, meist anstrengend und vor allem richtig lang. Das sind meine Träume der Nacht und über diese möchte ich eigentlich gar nicht sprechen. Diese Träume verarbeiten und färben die Nacht schillernd, doch die Träume des Tages verändern die Zukunft, sie prägen das Leben und die Gedanken. Diese dürfen nicht aufhören Pirouetten zu drehen, in waghalsige Höhen zu springen und in viel zu grossen Schuhen zu tanzen. Das sind die Träume die leben sollen.
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Exklusiv

alles sein für jemanden

Wenn zwei Menschen ja zueinander sagen, sich versprechen, zu bleiben, was auch immer kommen mag, treu zu sein, zu unterstützen, zu schützen und für den anderen alles zu sein. Das finde ich etwas so unglaubliches, dass ich kaum Worte dafür finden kann. Ja, ich glaube das ganze Versprechen fände nur in einem sehr dicken Buch Platz. Für mich persönlich ist und war das wichtigste Versprechen, exklusiv für einander zu sein und die Beziehung ebenso exklusiv zu halten. Er und ich und wir. Punkt. 

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verändern

tun, was ich kann, um zu ändern, was ich muss

Wenn ich mich so umschaue, sehe ich, was man alles ändern könnte. Ich sehe, was ich alles tun und verändern könnte. Ja, ich möchte all diese Projekte anreissen, durchziehen und so die Welt verändern, sei es wenig oder viel. Ja, ich würde all das tun, wenn ich könnte, wenn ich genug Zeit hätte oder einfach ein Oktopus mit acht Armen wäre. Doch viel mehr bin ich ich, einfach eine Person mit zwei Händen und einem Gehirn, immerhin, aber eben nur das. Ich kann nicht alles verändern, was ich möchte, ich muss mich fokussieren auf das, was ich kann und was ich am meisten will von dem, was ich will. Und ja, das können nicht acht Sachen sein, weil ich eben kein Oktopus mit acht Armen bin. Und das ist weder schlimm noch nicht in Ordnung.

 

Ist es nicht die Bürde eines jeden, zu tun, was er kann um zu ändern was er muss?

Ja, aber er muss nicht alles. Er muss nicht alles und jeden verändern, so lange er tut, was er kann. 

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detox days

einfach mal ohne.

Es ist ein freier Tag und wir sind am packen und rümpeln und putzen. Gleich fahren wir in den Urlaub, der kleiner Koffer ist schon fast bereit und während der Haufen an Kisten für den Umzug immer grösser wird und die Wohnung ihren letzten Schliff für die kommenden Besichtigungen erhält, überfällt mich die Vorfreude über unser baldiges, ja schon greifbares Wegfahren. Endlich mal Zeit zum Nichts tun und denken und schreiben. Zeit ohne immer und überall online zu sein und mit Gedanken in unserer manchmal so hässlichen Parallelwelt verloren zu gehen. Ich freue mich darauf, endlich wieder einmal Zeit für mich zu haben, Zeit zum atmen und träumen.

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BYE BYE SCHWEINEHUND

Von Hunden, Schnecken und der heilen Welt

Meine Blogpause ist noch nicht zu Ende, und doch wollte ich mir diese Parade nicht entgehen lassen. Es geht um den inneren Schweinehund und dass wir ihn doch endlich an die Leine nehmen sollten. Und naja, da es bei mir ja fast immer um dieses Thema geht, habe ich mich dafür neu erfunden und mit dichten angefangen. Und das trage ich euch jetzt vor. Also: Bitte nicht lachen! Denn das kostet mich schon ein bisschen Mut! - Achtung: Die Lautstärke muss gaaanz nach oben oder Kopfhörer an.


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PERSPEKTIVEN

von hohen Bergen und grossen Fragen

Ich lese Berichte, höre Interviews und schaue Dokumentarfilme. Ich versuche auf das Erfahrene zu reagieren und es irgendwie in mein Leben zu integrieren. Ich möchte damit sensibilisieren und inspirieren. Klar, insgeheim wünsche ich mir, dass möglichst viele Menschen erkennen, wie leicht man etwas Gutes tun kann, ohne einen Abstrich an Ästhetik hinnehmen zu müssen. Ich will immer mehr erfahren und die Zusammenhänge zwischen mir und dem Rest der Welt erfassen. Ich merke aber, wie ich mich manchmal so von Fragen und Problemen meines eigenen Lebens ablenke. Während mich die grossen Schwierigkeiten und Konflikte in ihren Bann ziehen, kann es mir passieren, dass ich meine eigenen Sorgen ganz vergesse.

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be part of it

sklavenfrei

Diese Woche sind die Medien wieder einmal voll mit Berichten über die Bedingungen in der fernöstlichen Kleiderproduktion. (SpiegelNZZ Bellevue und Watson haben darüber geschrieben) Wenig Wasser, Kinderarbeit, Überstunden, schlechtes Licht. Nur weil es jetzt wieder einmal publik wird, ist es noch lange nichts Neues. Und ja, ich selber habe leider noch nicht ganz den Durchblick, warum die eine NGO die andere, jedoch gleichgesinnte Organisation kritisiert und warum welche Medien, wie Stellung zu diesem Thema beziehen. Doch auch wenn man die westlichen Streitereien der NGOs und die Meinung der Medien herausfiltert, bleiben erschütternde Fakten zurück (SIEHE VERLINKTE TEXTE WEITER OBEN). Leider auch die Tatsache, dass alles eine zweite Sichtweise hat und man die Sachlage vor dem jeweiligen kulturellen Hintergrund und den individuellen Verhältnissen des Arbeiters betrachten sollte, relativiert die Situation nur gering.

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sein wie die anderen

E I N Z I G

Ich bin einzigartig. Niemand ist so wie ich und das war für mich nicht immer gut so. Ich hab mich lange dagagen gewehrt. Habe mich gefragt, warum ich heisse, wie ich heisse und warum ich bin, wie ich bin. Ich wollte nicht auffallen und sein wie die anderen. Ich verabscheute alles an mir, was nicht so war wie bei meinen Freunden. Mein hohe Stirn, meine grossen Füsse, meine fast durchsichtige und bleiche Haut, mein schräges Lächeln und allem voran meinen grossen Kopf. Ich wollte die gleichen Klamotten (meine waren immer ziemlich out of Fashion), die gleichen Freiheiten, andere und vor allem ältere Geschwister, ja, ich wollte sogar eine Zahnspange, nur weil die anderen eine hatten. Ich glaube, ich könnte diese Liste endlos weiterführen.

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einer unter sieben Milliarden

Timisoara

Ich war wieder auf Reisen. Timisoara, Rumänien. Ja, das klingt unbedeutend und nicht sehenswert. Doch je mehr ich unsere Welt entdecke, desto hingerissener bin ich. All diese Menschen mit unglaublich vielen Geschichten. Es dröhnt in mir drin und will mir nicht mehr aus dem Kopf. Ja, wie wichtig doch diese Geschichten sind. All die Menschen, die bei der Revolution 1956 auf der Treppe vor der Kathedrale im ums Leben gekommen sind. Doch auch all diese Leute, die jetzt fröhlich zusammen mit mir über den Weihnachtsmarkt schlendern. Wie wichtig sie doch sind, die Geschichten all dieser Menschen. Geprägt von unendlicher Trauer und unübertrefflicher Freude. Voll mit Schrecken und Glück. Wut, Angst und Jubel. Ein kleines "hi", von allen verstanden, die Mundwinkel formen sich zu einem freundlichen Lächeln. Und da: für den Moment eines Wimpernschlages hast du diese Geschichte berührt. So rein und frei. Kurz und echt.

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vom Versagen

V-E-R-S-A-G-E-N

Ich weiss noch genau - vor einem Jahr - als wir uns die Küchenmaschine gekauft haben... Mischa meinte: "jetzt müssen wir aber das Brot selber backen!" Ich: ``Na klar - ist doch eh viel besser... ." Doch ich wusste das er noch lange auf mein Brot warten müsste. Zu gut kann ich mich noch an diese Brötchen mit den Kernen erinnern, die in Form, Konsistenz und Geschmack Flusssteinen ganz nahe kamen. Oder das eine misslungene Brot, wofür ich extra eine Brotbackmischung gekauft hatte, damit es garantiert gut wird. Ich hab dann trotzdem liebend gerne bei der Bäckerei ein Neues geholt.  Schade. Ich bin sozusagen eine Brotbackversagerin. Und es ist ganz in Ordnung so.

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jetzt

eingebrannt und verewigt

Noch gar nicht so lang ist's her - ich sass mit ein paar wundervollen Leuten beim Pick-Nick * (Ich weiss, bei der jetztigen Kälte ist das schon eine unfassbare Vorstellung) als auf einmal Freundin ein hübsches Buch aus ihrer Tasche zog.  Sie ist Künstlerin mit dem Sinn überhaupt für Schönes. Da war also dieses Buch und sie klappte es auch auf - ich schaute ihr gebannt zu - was macht sie wohl damit? Sie klappte es auf, eine alte Postkarte fiel aufs Gras. Dann begann sie darin zu blättern. Notizen, Zettel, Erlebnisse, Wörter, Bilder und Zeichnungen. Alles was ihr wichtig war, stand wohl da drin. Persönlich. Und sie klappt es einfach auf - vor meinen Augen. Sie kritzelte, wahrscheinlich hat sie irgendetwas gehört oder gesehen, was sie nicht mehr vergessen will. Ich weiss nicht, was es war und ganz ehrlich - es war mir in diesem Moment auch egal. Ich fand es einfach nur schön, total persönlich und irgendwie berührend. Viele Fragen werden gestellt. Viele schöne Worte erreichen unsere Ohren. Manchmal liest man einen Satz, den man nie vergessen möchte. Aber wir vergessen. Viel zu schnell. Zumindest in mir drin ist irgendwo ein schwarzes Loch - je mehr ich mich an etwas erinnern möchte, desto schneller ist es aufgefressen. Oder was ist mit dem Moment der Muse, den man nicht nutzen kann, weil das alte Bahnticket in der Tasche zu klein, die Agenda zu voll und das Handy zu unpraktisch für Notizen ist. Ihr kann das alles nicht passieren. 

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Zippora Marti 

Schweiz

zippora.marti@gmail.com