nachhaltig unterwegs

GEWAPPNET SEIN MIT ALTERNATIVEN

 

Zu Hause lassen sich alle guten Vorsätze befolgen doch kaum ist man unterwegs, ist (fast) alles vergessen. Hier ein Schokoriegel und niemand fragt, wer die Bohnen gepflückt hat und wohin die Verpackung geht. Man sieht Dinge, die man gerne hätten und kauft ein, ohne zu fragen, woher das alles kommt. Zu Hause spart man eifrig Strom und fliegt dann doch ein Wochenende weg. Diese Ausnahmen, ja, die passieren und ja, die passieren auch mir. Doch ich habe gelernt die meisten durch Planung zu umgehen. Viele sind schon eliminiert, indem ich diese Möglichkeiten einfach nicht fix einplane und stattdessen mit Alternativen gewappnet bin.  

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einem Café in Düsseldorf und warte auf meinen Bagel. Nach meiner Ausbildung hier kenne ich die Stadt und ihre Alternativen ziemlich gut, und da ist ja nicht unbedingt die Norm ist, an einen schon so gut bekannten Ort Urlaub zu machen, sind meine folgenden Aspekte und Ratschläge zu nachhaltigem Reisen auf jedes x-beliebige Ziel angewendbar. 


Zu Hause lassen sich alle guten Vorsätze befolgen doch kaum ist man unterwegs, ist (fast) alles vergessen.


Einfach Reisen:

Wenn es nach mir gehen würde und wir jeweils alle Zeit der Welt hätten, würden wir nur per Anhalter reisen. Das ist eigentlich gratis, man hat tolle Gespräche und lernt viel, auch Geheimes, über die Gegend. Doch leider ist es je nach Strecke sehr zeitintensiv und ab einer gewissen Anzahl Personen fast unmöglich. Eine gute Alternative ist, sich online eine Mitfahrgelegenheit, zum Beispiel auf blablacar.de, zu suchen. Auch da macht man spannende Bekanntschaften und nutzt gemeinsam die Ressourcen, die sonst nur von einer Person genutzt worden wären. Kürzere Distanzen kann man auch mal mit dem Fahrrad zurück legen, wobei da wirklich eher der Weg zum Ziel wird. Auch der Zug ist eine wunderbare Alternative zum Flugzeug, da ist jedoch noch immer der Preis ein grosser Nachteil. 

Ich aber liebe vor allem im Schlafabteil das Rattern des Zuges und wie sich dann, am frühen Morgen die Sonnenstrahlen langsam einen Weg durchs Rollo vor dem Fenster suchen und meine Nase kitzeln.

Was aber für mich am aller wichtigsten ist, ist langsames Reisen, denn nur so habe ich wirklich Zeit anzukommen. Mir hat mal jemand gesagt, dass egal wie schnell mein Körper reist, meine Seele immer zu Fuss unterwegs ist. Für mich bedeutet dass nicht, dass ich nie wieder in ein Flugzeug steigen werde, aber wenn, dass viel bewusster - nur schon wegen der Klimabilanz - und nur, wenn ich irgendwo weit weg länger bleiben möchte. Das Wochenende in Barcelona und der Kurzurlaub in Amerika kommen da für mich einfach gar nicht erst in Frage.

Essen:

Ich liebe gutes Essen. Am liebsten jedoch, mag ich es so frisch wie möglich, ohne künstliche Zusatzstoffe, auf jeden Fall vegetarisch und wenn möglich sogar ganz tierfrei. Noch besser schmeckt die Mahlzeit aber allemal in einer hübschen Location, wo man sich richtig wohl fühlen und sogar ein bisschen staunen kann. Das sind viele Kriterien für die Auswahl eines Restaurants, ich weiss, doch es ist auch in Ordnung, mal ein Lokal zu besuchen, welches nicht alle Kriterien erfüllt. Es lohnt sich aber allemal, sich im Voraus online ein bisschen umzusehen und einige Adressen auf Lager zu haben.


 "Ich kann mich noch gut an die eine Situation in Hamburg erinnern, wo Mischa und ich verzweifelt nach einem hübschen und guten Plätzchen zum essen gesucht haben und dann irgendwann auf ein schlechtes Sandwich ausweichen mussten, da wir unterwegs kein Netz hatten und die knurrenden Mägen nicht mehr länger warten konnten.. Ist das nicht schade an einem  Ort, der eigentlich so vielen Möglichkeit zu bieten hätte."


Shopping:

Komisch, dass auch ich, wenn ich auf Reisen bin, mehr Läden besuche, als wenn ich zu Hause bin. Schön und gut, dass ich hier in Düsseldorf neben den ökofairen Shops sogar die kleinen Läden mit lokalem Design oder abgefahrenen Antiquitäten kenne. Doch auch darüber könnte man sich vorab informieren. Was gibt es traditionelles in dieser Stadt? Gibt es in dem Ort sogar ein nachhaltiges Kleiderlabel? Eine Boutique mit lokal produzierter Ware? Könnte ich meine Shoppingwut auch mal auf einem Flohmarkt austoben? Auch auf diese Fragen findet man online bestimmt Antworten. 

Doch was tun mit all den Adressen?

Kauf dir einen Stadtplan oder hol dir einen im Hotel und markiere all die guten Plätze. Du kannst zum Beispiel alle Restaurants und Cafés mit einer Zahl, die Shops mit einem Buchstsben markieren und am Rand eine Legende schreiben. Die Karte kannst du immer mit dabei haben, so bist du für jede Situation gewappnet. Aber wie gesagt, auch mit Karte isst man nicht immer so gut, wie man eigentlich möchte, doch das wären dann eben diese ungeplanten Ausnahmen, die passieren dürfen. 

Zerowaste auf Reisen:

Ich trinke Leitungswasser wo immer ich kann. Darum ist mein wichtigstes Utensil in meiner Handtasche die stählerne Wasserflasche, so muss ich nicht irgendwo Wasser oder sonst was in einer Petflasche oder einem ToGo Becher kaufen. Ich könnte mir sogar einen heißen Tee, eine kühle Limo oder einen Smoothie da rein füllen lassen. Was auch immer mit dabei ist, ist eine Stofftasche - die braucht nur ganz wenig Platz und spart mit mir Plastiksäcke. Daneben ist ein Stofftaschentuch, welches alternativ auch als Serviette verwendet werden kann mit von Partie. Wenn man plant etwas Take Away zu holen, kann man auch eine Lunchbox und Besteck oder den speziellen ToGo Kaffeebecher mit einpacken. 


 

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Zippora Marti 

Schweiz

zippora.marti@gmail.com