MACHINES

HÄNDE UM ZU ARBEITEN UND KLEINE SCHRITTE DER VERÄNDERUNG

Indien, in irgend einer Textilfabrik, in der zu unaussprechlichen Bedingungen Stoffe für unsere Billig-Kleidung gefertigt wird. Nicht vor hundert Jahren, auch wenn die Zustände dies erahnen lassen würden, nicht gestern, auch wenn wir uns dies wünschen würden, sondern heute und in dieser Welt. Ich schreibe heute über einen Film, der meine Seele gestreift hat und wie wir anfangen können diese Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Machines, atemberaubende Bilder tonintensiv begleitet. Eimerweise Chemiekalien, röhrende Maschienen, spärliches Licht, mittendrin kleine Jungs und Männer, die trotz zwölf-Stunden-Schichten kaum ihre Familie ernähren können und für die es keinen einen Schutz gibt; weder Handschuhe, Schutzbrillen, geschweige denn so etwas wie eine Versicherung. Sie meinen, all das würde ja gehen, wenn diese zwölf Stunden eben nur acht wären und sie so ein bisschen mehr Zeit hätten, sich zu erholen und wenn sie nicht direkt nach einer Schicht und einem kleinen Lunch direkt eine zweite, wieder zwölf Stunden lange Schicht anhängen müssten. Niemand würde sie dazu zwingen, klar, aber was bleibt ihnen übrig, wenn die eigenen Felder durch die Industrie verseucht sind und keine Erträge mehr bringen. Wenn der Nachwuchs durchgebracht werden möchte und dies eben nur passieren kann, wenn man arbeitet, hart arbeitet, weit weg von zu Hause und zu miesen Bedingungen.



Ich will aber eigentlich gar nicht zu sehr darauf eingehen, denn ich weiss, wie erdrückend diese Informationen sein können, wie hilflos sie uns machen.. hilflos? Ja, können wir wirklich nichts tun. Seit ein paar Tagen summt da eine leise Stimme in meinem Kopf herum; "Kleines, sieh die kleinen Schritte, Kleines, geh die kleinen Schritte und Kleines, erzähl von den kleinen Schritten." Dieser Gedanke hat mein Konzept für einen Vortrag auf den Kopf gestellt, und je länger ich ihn hin und her wälze, desto wichtiger wird er für mich und desto mehr Aufmerksamkeit will ich ihm schenken. Ich und du, wir können nicht alles ändern. Damit sich etwas tut, sich die Arbeitsbedingungen in den Fabriken bessern und überhaupt sich die Welt zum positiven wandelt, müssen viele kleine Leute viele kleine Schritte tun, ich und du, wir alle. Ich kann etwas tun, und zwar eben, diesen einen kleinen Schritt und dann vielleicht den nächsten, aber jetzt erstmal nur diesen einen, an den nächsten denke ich später.


Ich will von nun an vermehrt in meinen Artikeln themenspezifisch auf diese kleinen Schritte eingehen und sie nach bestem Wissen und Gewissen auflisten. Einfach um dir zu zeigen, wie du mit wenig Aufwand etwas erreichen kannst und um dich zu inspirieren, in diesen Marsch der kleinen Schritte mit einzusetzen.

 

Merci für dein Engagement.


Et voilà: 16 kleine Schritte für eine bessere Textilindustrie:

 

  • Schau dir einen Film zum Thema an, z.B. Maschines - läuft im Moment im KinoHIER findest du mehr Dokumentationen, die du online schauen, bei jemandem ausleihen oder direkt kaufen kannst.
  • Kaufe Kleidung secondhand, denn das spart Ressourcen und vermeidet Müll.
  • Frag dich vor einem Kauf, ob du das Stück wirklich brauchst und ob du lange daran Freude haben wirst
  • und versichte mal auf einen Kauf.
  • Schnäppchen ignorieren, denn da greift man meist nur zu, wegen dem günstigen Preis und nicht, weil man das Teil wirklich bracht.
  • Stücke lange tragen, so sparst du Geld und wertvolle Ressourcen.
  • Etwas reparieren oder reparieren lassen, wenn es kaputt ist (Repair Café/Schuhmacher/Schneiderin), denn so musst du eventuell nichts neues kaufen.
  • Setz dir ein Limit, wieviel Kleidung du im Jahr/Monat kaufen darfst -> Limit muss aber schon kleiner sein als bisher ;-)
  • Kaufe zeitlose Teile, die du lange tragen kannst und renne mal nicht dem neusten Trend hinterherrennen.
  • Entscheide dich für gute Qualität, denn die hält länger!
  • Zögere mal den Kauf eine Woche oder länger hinaus und kaufe den Artikel wirklich nur, wenn du ihn dir noch immer wünscht/immer noch daran denkst.
  • Besuche eine Tauschparty besuchen (z.B. Walk-in-Closet), denn da bekommt nicht mehr getragene Kleidung eine neue Chance.
  • Nicht mehr getragene Kleidung kannst du an eine Freundin verschenken oder an ein Flüchtlingscenter spenden oder auf Kleiderberg oder einem Flohmi verkaufen, denn auch so bekommen deine "alten" Teile eine neue Chance. Ich bin ein grosser Fan von Brockis aber leider wird mehr als 50% der an solche Shops gespendeten Kleidungsstücke NICHT verkauft und landen so im Müll oder Export. Darum ist es mir lieber, ich kann sie direkt jemandem geben, der sie wirklich braucht oder sich darüber freut.
  • Teile aus natürlichen Materialien kaufen, da diese in der Herstellung für die Arbeiter und später auch für dich weniger schädlich sind.
  • Gütesiegel beachten - HIER findest du Informationen dazu
  • Stücke aus fairem Handel bevorzugen, denn da haben ALLE etwas davon; du, die Marke, die Näherin und die Weberin.


Ich kann den Film nur empfehlen, auch wenn ich mir selber nicht zu oft solche Dokumentationen ansehen kann. Aber hin und wieder muss es sein, denn ich will mich öffnen, den Menschen und ihren Situationen und auch der Welt gegenüber. Ich will sie zerplatzen lassen, meine Blase der heilen Welt, zerspringen soll sie, in tausend Stücke und mich in Frieden und Wahrheit lassen, ja, vor letzteren will ich nicht mehr meine Augen verschliessen, möge sie auch noch so dreckig sein. Und dieses Öffnen ist auch schon ein erster kleiner Schritt. 


 

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Zippora Marti 

Planet Erde

zippora.marti@gmail.com