M I N I M A L I S M U S

Vom Glück einer Möglichkeit.

Wir haben mehr als wir brauchen und könnten alles haben, was wir uns wünschen. Wir treffen täglich bis zu 20`000 Entscheidungen und wollen noch immer mehr. Doch, sind wir dabei glücklich geworden? Bist du glücklich? Und, was ist Glück überhaupt?


Wenn mich jemand fragen würde, würde ich sagen, es sind die Leute, die mich umgeben, die Ideen in meinem Kopf, die vielleicht mal zu einem Plan und real werden, visionäre Gespräche über die Welt und die Zukunft, eine Umarmung und ein Kuss auf die Wange, ein Tag in den Bergen, die Sonne, die meine Haut wärmt, mit Lachen erfüllte Luft, der Duft von Holz und Harz, das Knirschen des Schnees und das Rauschen des Meeres. Kein Nagellack, keine Klamotten, keine Ohrringe, keine Autos, keine Möbel, keine Deko, keine Bücher und auch nicht die Möglichkeiten, die mir offen stehen oder die Entscheidungen die ich treffen muss - darf - soll. Okay, ja, mein Fahrrad macht mich glücklich, aber ist es nicht mehr die Anmut, die es mir auf der Strasse verleiht und der Wind der mir auf der Fahrt durch die Haare streicht? Aber im Gegensatz zu den oben genannten Dingen, könnte ich auch ohne leben, ja ich könnte auch ohne meine "Black Beauty" glücklich sein. Doch all die Dinge, die wir besitzen sind doch nur Mittel zum Zweck. Sie wärmen uns, ermöglichen uns die Essenszubereitung oder Fortbewegung, lassen uns vor uns selbst und anderen gut aussehen.



Ich trage unterdessen schon mehr als zwei Wochen das gleiche Kleid, ich frag mich nicht mehr, was ich anziehen soll, sondern höchstens, wie ich es kombiniere. Man könnte vielleicht meinen, das schränke ein, doch in gesteckten Grenzen gelebte Freiheit, finde ich, ist grösser, als Freiheit ohne Grenzen, da die Auswahl kleiner wird, die Fantasie jedoch wächst. 

Bei einer meiner visionären Unterhaltungen hat mir ein Freund von der Frühstückskultur seiner Familie erzählt. Jeden Morgen gibts selbst gebackenes Brot, das alle drei Tage nach dem gleichen Rezept zubereitet wird, dazu selbstgemachte Konfitüre und Butter. Nicht Nutella oder Honig, Müsli oder Käse, dies oder das, nicht immer etwas anderes, sondern immer das Gleiche. Sie hätten zu Hause auch nicht tausend unterschiedliche Sorten Schokolade, sondern eine einzige. Ich sage nicht, dass Abwechslung nicht sein darf, aber dieser Freund und meine bisherigen Erfahrungen mit meinem Kleid, haben mir aufgezeigt, wie frei es mich macht oder machen kann, weniger Entscheidungen treffen zu müssen. Weniger Möglichkeiten zu haben, geht für mich mit weniger Besitz einher. Ach, wie viel Zeit und vor allem Energie es mir gibt, für die Dinge, die mir wirklich wichtig sind und auf die ich mich dann wirklich konzentrieren kann. Ich habe für mich entschieden, durch mein Projekt mich noch mehr auf die Suche nach dieser Einfachheit zu machen, Rituale zu entdecken. Zum Beispiel, mich jeden Tag gleich und in der gleichen Reihenfolge zu schminken. Immer die gleichen Pflegeprodukte zu benützen, am gleichen Ort meine Kleidung zu kaufen, die gleiche Pizza zu bestellen... wie auch immer. Einfachheit ist so individuell - Weiter unten ein paar Ideen, wie du vereinfachen könntest. Jedoch ganz wichtig; es geht nicht darum, ein monotones Leben zu leben, sondern die Schönheit und leichtigkeit der Enfachheit zu entdecken.



  • Trage mal das selbe Kleidungsstück eine Woche - einen Monat - ein Jahr.
  • Überlege dir ein Morgenritual
  • Überlege dir ein Abend- oder Zubettgehritual.
  • Mach einen Menuplan
  • Stell dir dein Standard Make-up zusammen.
  • Putze und entrümple alle sichtbaren Oberflächen deiner Wohnung.
  • Begrenze dich auf eine bestimmte Anzahl Pflegeprodukte - Kleidungsstücke - was auch immer.
  • Miste deine Wohnung aus und gib weg, was ein Anderer noch gebrauchen könnte.
  • Lösche deine doppelten Email Accounts - das habe ich gerade gemacht, nachdem ich diesen Punkt aufgeschrieben habe.
  • Bestell mal das gleiche Essen wie letztes Mal - vorausgesetzt es hat dir geschmeckt. *mmmh
  • Mach ein Foto von einem Gegenstand, der dir gefällt, anstatt dass du ihn kaufst.
  • Geh aufs Blumenfeld und pflück dir deinen eigenen Strauss.
  • Gib 6 Bücher weg, die du schon gelesen hast.
  • Kaufe dir eine hübsche Pflanze und lass sie deine Luft reinigen.
  • Pflanze mal wieder was selber an, sei es auch nur Peterli.
  • Iss alle Vorräte, die du für einen Bestimmten Anlass oder den Notstand in deinem Küchenschrank aufbewahrst auf.
  • Räum mal wieder deinen Schreibtisch auf und ordne bei der Gelegenheit all die alten Rechnungen etc. ein.
  • Der "KEINE WERBUNG" - Kleber lässt vielen Ballst gar nicht ins Haus.
  • E-Mail Posteingang aufräumen und alles was weg kann löschen.
  • Geh mal wieder 24 Stunden oder auch ein ganzes Wochenende offline.
  • Wiedermal etwas ausleihen, anstatt es zu kaufen.
  • Oder auch mal was selber machen - aber darüber schreibe ich nächste Woche.

Mehr Inspiration zu diesem Thema findest du in diesem Buch - ich hab`s diese Woche erst geschenkt bekommen und bin gerade dabei, es zu verschlingen. 


 

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Zippora Marti 

Planet Erde

zippora.marti@gmail.com