FUROSHIKI

E I N W I C K E L D I N G

Es sind oft diese kleinen, total ärgerlichen Momente, die meine Kreativität ankurbeln und mir die Möglichkeit geben, etwas mal total anders zu machen. Wenn ich hochmotiviert vor dem offenen Küchenschrank stehe und verzweifelt nach der Naturaplan Cremant Schokolade für meinen Schokokuchen suche  und mir auf einmal in den Sinn kommt, dass ich doch gestern die leere Packung im Badezimmer habe rumliegen sehen - einfach aufgefuttert. Naja, ich bin mir bewusst, dass wahrscheinlich niemand die Verantwortung dafür trägt, und doch ist sie weg. Was soll ich denn jetzt?

Und dann, wenn ich das eben gerade eingekaufte Geschenk einpacken möchte und feststellen muss, dass das Geschenkpapier nun wirklich alle ist. OUPS! Mein Verhalten in diesen Momenten weckt in mir den Wunsch, das menschliche Hirn - oder zumindest meins - in seiner ganzen Komplexität zu verstehen. Ich reisse alles aus dem Küchenschrank und versuche mit den Zutaten, die von der Heisshungerattacke verschont geblieben sind, eine andere Leckerei zu zaubern und in meiner Geschenkpapiermisere erinnere ich mich total unerwartet an das hübsche Tuch, in welches mein Arbeitskollege stets sein Mittagessen einwickelt. Huch - Ich habe eine Idee und die Situation ist gerettet!

Ich habe so auch diesen Moment der Muse genutzt, und mich entschieden, endlich mein eigenes Furoshiki zu  machen. Dieses Tuch wird traditionellerweise in Japan genutzt, um verschiedenste Dinge damit einzuwickeln und -packen. Von Geschenken, über die Einkäufe, bis hin zu Kleidung oder das Picknick.



Alles was du tun musst, ist ein Quadrat aus Stoff zuzuschneiden. Meins hat eine Seitenlänge von 120cm, normalerweise ist ein Furoshiki aber nur zwischen 40 - 100cm gross - hach egal! Natürlich könntest du es nach dem Zuschneiden schon benutzen - ich möchte aber lieber rundherum einen schönen Abschluss nähen.

Deshalb bügle ich auf allen Seiten einen kleinen, doppelten Einschlag und befestige diesen mit Stecknadeln. Danach setze ich mich gemütlich aufs Sofa um alles von Hand festzunähen. Kinderleicht und total meditativ - die perfekte Arbeit um sich nach einem hektischen Tag zu entspannen - womit wir wieder bei diesem hübschen Thema wären.


Zum Nähen mache ich die linke Seite des Tuches mit einer Stecknadel an meiner Hose fest, damit ich das Säumchen gut spannen kann. Ich mache einen Knoten in den Faden und verstecke diesen im Falt. Bei ersten Stich (1) steche ich ganz fein ins Tuch, wobei ich nur jeweils 1-3 Gewebefäden fasse. Den zweiten, ca 1cm langen Stich (2), mache ich Falt, wo der Faden perfekt verschwindet. Und so geht's immer weiter.. In den Ecken mache ich jeweils noch kleinere Stiche, damit diese auch ja gut halten. Am Ende des Fadens mit ein paar Rückstichen vernähen und mit einem neuen Faden beginnen. Am Schluss das ganze Tuch noch einmal Bügeln und dann kannst du auf Youtube nach hübschen Techniken suchen, um deine Geschenke einzuwickeln.




- Mein kunterbuntes Furoshiki könnte  sogar ein Grund sein, nie wieder Papier für die Geschenke zu kaufen. -


Falls auf keine Stoffresten zurückgreifen kannst, empfehle ich dir Yingdesign.ch - das ist wirklich der hübscheste Schweizer Onlinestoffladen für biologische Stoffe aus fair gehandelter Baumwolle. Achte am besten auf das GOTS Siegel!

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Kommentare: 1
  • #1

    Susanne Reinhard (Sonntag, 23 April 2017 11:22)

    Merci Zippora für diesen tollen Beitrag. So ein Tuch steht auch auf meiner To-do Liste. Danke, dass du mich wieder daran erinnert hast. Manchmal braucht es mehrere kleine Anstupser, damit etwas in Gang kommt. Yeah! Übrigens liebe ich es, deine Blogs zu lesen!


 

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Zippora Marti 

Schweiz

zippora.marti@gmail.com