MIX

von Kraut und Rosen.

Wie so oft, wenn die Jahreszeiten wechseln und das Wetter nicht weiss, ob es kalt, warm nass oder trocken sein soll. Wenn mein noch auf die Temperaturen der letzten Wochen eingestellter Körper ganz durcheinander ist. Da passiert es mir, das ich vor meinem, meiner Meinung nach viel zu grossen Kleiderschrank stehe und ich ernsthaft nicht weiss was ich anziehen soll. Die immer perfekt gekleideten Mädchen auf allen Plakaten machen das natürlich auch nicht besser. Und ich verzweifle weil ich in diesem Moment wirklich ALLES schrecklich finde! Da bereue ich es, nicht in der Stadt zu leben. Aber ja, schnell kaufen kann ja jeder, ich muss kreativ werden und irgendwas aus meinem Haufen zusammenkramen. 

Da finde ich die Strumpfhose, die ich vor vielen Jahren in Barcelona gekauft hatte und nie getragen wurde, da ich sie immer etwas unpassend fand. Der schwarze Jumpsuit, der schon in der Sommerkiste verstaut wurde wäre ja toll, der getauschte Schal und das hübsche Jäckchen, dass ich in Marseille in der U-Bahn gefunden habe - manchmal muss man sich eben trauen einen liegengelassenen Stofffetzen hochzuheben und anzuprobieren. Ja manchmal muss man wagen, Kraut und Rosen zu mischen. Alten Stücken eine neue Chance zu geben, etwas neues wagen und gut auszusehen. Ja wirklich, schon lange habe ich nicht mehr so viele Komplimente erhalten wie füf diesen Mix. 

Meine Garderobe wird mir immer wichtiger. Ich will meine Teile möglichst lange tragen, gut pflegen und falls es Zeit wird, sie durch faire Stücke ersetzen. Ich will tauschen, verschenken, die Brockis besuchen. Ich will mich gut fühlen in allem, was meinen Körper umhüllt. Es sollen Geschichten versteckt sein. Geschichten, die nichts wissen, von unserer Wegwerf und Schnellersetz-Kultur. Geschichten in denen unfair ein Fremdwort ist und die Namen von Fast-Fashion-Buden nur auf dem Etikett von Secondhandschönheiten stehen. Liebevoll und wertschätzend zusammengestellt. Zeitlos. 


Meine Tipps für eine nachhaltigere Garderobe:

 

- Schau mal nach, was du alles hast. Und zwar gründlich. Durchwühle deinen Kleiderschrank, den Mottenschrank und die Kisten auf dem Dachboden.

 

- Gib deinen Kleidern eine zweite Chance und kombiniere sie neu.

 

 

- Verschenke, was du nicht mehr trägst. Die Teile, von denen du dich nicht trennen kannst, steckst du in eine Tüte und verstaust diese am besten unter deinem Bett, wo du sie jederzeit erreichen kannst. Was du nach einer bestimmten Zeit (zum Beispiel eine Saison) nicht mehr rausholst kann definitiv weg! 

 

- Werde kreativ, wenn deine Sachen kaputt gehen. Flicken, ändern, deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich verspreche dir, bald  zu schreiben, wie ich das mache!

 

-  Besuch Flohmärkte, Brockenstuben und Tauschmärkte. (FAIRkleiden ist ein Tauschmarkt in Bern, der das nächste Mal am 5. November stattfindet - sehr empfehlenswert!)

 

- Falls wirklich was Neues her muss, was du nicht selber stricken möchtest; Informiere dich über die Produktionsbedingungen und die verwendeten Rohstoffe. (Falls du somit an Jutesäcke und Naturaline denkst,  keine Angst! Naturaline kann wirklich manchmal helfen, aber es gibt noch viiiel mehr. Im nächsten Post werde ich die Fairmap mit meinen lieblings-fairtrade-öko-superstylishen-Kleiderläden vorstellen - denn es gibt sie wirklich. Diese Übersicht wird dann immer für dich zugänglich sein und natürlich darfst du sie mit deinen Entdeckungen bereichern.)

 

- Kaufe nicht immer den letzten Schrei. Überleg dir, ob du das Stück nicht nur Heute und Morgen sondern auch noch nächstes Jahr tragen könntest. Farben, die wirklich zu dir passen. Zeitlos. (Falls du nicht so ganz weiss was zu dir passt: Tamara kann dir weiterhelfen.)



 

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Zippora Marti 

Schweiz

zippora.marti@gmail.com